Dass dieser Tag einmal kommen würde, war klar. Ich hatte auch gewusst wann. Und dennoch: Als es soweit war, kam er dann ziemlich plötzlich, mein letzter Tag in Washington.
Die letzten 24 Stunden in der Stadt begannen mit Abschied: gestern nachmittag Kuchen mit den Kollegen im Studio, abends dann das Abschiedsbier mit Freunden.
Heute früh noch etwas Sightseeing: Von den vielen Denkmälern für Kriege und Präsidenten in der Stadt habe ich mir die beiden interessantesten für den Schluss aufgehoben – das Vietnam Veterans Memorial und den Gedächtnispark für Franklin Delano Roosevelt.

Gedenken an Vietnam. Auf der Memorial Wall sind die Namen von 58.256 Toten und Vermissten eingraviert.
Von FDR ging es zurück nach Hause zum Kofferpacken. Und dann der letzte Stopp in der Stadt: das Watergate-Hotel. Hier, wo mit einem Einbruch in das Hauptquartier der Demokraten der Nixon-Skandal begann, trank ich mit meinen Mitbewohner David ein letztes Glas Whiskey in der etwas schmierigen Bar.
Dann fuhr mich David über den Potomac hinaus zum Dulles Airport. Hier sitze ich nun, warte auf Flug BA 216 nach London und sage: Tschüß, Washington! Und Danke für die großartige Zeit.











In diese Bar muss ich unbedingt nächstes Wochenende. Ist das Carl Bernstein da rechts im Bild?
Bernstein erzählte mir noch mal ausführlich, wie er sich damals an Nixons Fersen gehaftet hatte und wie er an Deep Throat rangekommen ist.
Halt, hier die Wahrheit: Der Mann sagte, er habe früher Bosch Deals mit der US-Regierung vermittelt. Interessante Menschen, die hier nachmittags zum Trinken herkommen. Ein Whiskey um 15 Uhr? Kein Problem – die Jalousien bleiben geschlossen.
Und ein Hauch der Watergate-Geschichte wehte dann doch durch die Bar. Auf dem Fernseher im Hintergrund meldete CNN Breaking News: Neue Nixon-Tapes veröffentlicht.